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RSS einfach erklärt

Immer mehr für Bürgerinnen und Bürger wichtige und aktuelle Informationen sind im Internet zu finden.
Die Internet-Seiten oder Informationsquellen werden immer zahlreicher.
Die Zeitpunkte der Veröffentlichung der Informationen sind unregelmäßig: manchmal täglich, manchmal nur alle paar Wochen.
Lesen Sie wie es möglich ist, mit Hilfe von RSS und ohne viel Aufwand informiert zu bleiben.

Diese Symbole wiesen den Surfer bisher (unter anderem) auf RSS-Angebote hin:
RSS-Symbol
Wie geht man bloß mit dieser Informationsflut um?

Surfer sind heute "gezwungen", die wichtigen Quellen regelmäßig anzusurfen um informiert zu sein. Sehr häufig wird eine Seite besucht, nur um festzustellen, dass es nichts Neues gibt.

Bisher lautete die Lösung dieses Problems: E-Mail-Newsletter.

Doch zentral verteilte Informationen per E-Mail haben Nachteile.

  • Newsletter bleiben eventuell in Spam-Filtern hängen.
  • Das mobile Internet ermöglicht es zunehmend, E-Mails auch mobil abzurufen. Allerdings ist dann die Anbindung an das Internet eventuell nicht sehr schnell. Ein z.B. per E-Mail versendetes PDF mit eingebetteten Grafiken kann den Mobilzugang für lange Zeit verstopfen.
  • Der Newsletter kommt zur Unzeit und wird vom Nutzer schnell gelöscht, um sich zu entlasten.
  • Das Abonnieren und auch das Austragen ist (zumindest wenn rechtliche Aspekte berücksichtigt werden) vergleichsweise aufwändig.
  • Nutzer geben inzwischen ungern ihre E-Mail-Adresse preis, weil sie wissen, dass diese an Werbe-Unternehmen weiterverkauft werden könnten.
  • Es bedeutet einen zusätzlichen Aufwand, die Hinweise auf neue Inhalte für einen Newsletter aufzubereiten.

Die Lösung für alle diese Probleme lautet "RSS".

Doch was ist "RSS"?

Eigentlich ganz einfach:

RSS (Abkürzung für "Really Simple Syndication") ermöglicht es Surfern, die Beiträge einer Webseite zu abonnieren.

Die Surfer benötigen dafür eine "Abonnement-Lese-Software". 
Es gibt unterschiedliche Konzepte dafür.

Die Abo-Lese-Software kuckt automatisch zum Beispiel jede Stunde (sofern ein Nutzer online ist) bei den Abo-Quellen vorbei. 
Unbemerkt im Hintergrund. Gibt es etwas Neues? 
Falls ja, dann werden innerhalb der Abo-Lese-Software die Überschrift, der Anreißer und der Link zum vollständigen Beitrag auf der Quellenseite angezeigt. 

Will sich ein Abo-Nutzer einen Überblick über die Neuigkeiten in seinen Abo-Quellen informieren, dann werden alle neu hinzugekommenen Überschriften und Anreißer angezeigt.
Ein Klick auf die Überschrift und der ganze Beitrag wird aufgerufen.
Es entfällt also das häufige umsonst Nachkucken. 
Ein neuer Beitrag wird schnell wahrgenommen – nicht zur Unzeit, sondern dann, wenn der Nutzer aufnahmebreit ist.
Selbst die Quelle, die vor drei Monaten das letzte Mal einen Beitrag veröffentlichte, ruft sich automatisch selbst in Erinnerung. 
Eine große PDF-Datei wird nur durch die Leitung geschickt, wenn sie angefordert wird, weil der Inhalt wirklich interessiert.

Es ist also für jeden Anbieter von Informationen im Internet zukünftig wichtig, neben den Beiträgen auf der eigenen Internet-Präsenz zusätzlich einen "RSS-Feed" bereitzustellen.
Blog-Software und immer mehr Content-Management-Systeme erledigen dies automatisch.

Was genau ist ein "RSS-Feed"?

Ein Beitrag auf einer Internet-Präsenz besteht in der Regel hieraus:

  • Überschrift
  • Anreißer
  • Volltext des Beitrags (und eventuell Fotos).

Zusätzlich gibt es auf einer Internet-Seite dazu eine Navigation und ein Layout.

Wie schon geschrieben, wird von einer RSS-fähigen Software sozusagen parallel und automatisch eine RSS-Variante erstellt.
Allerdings ohne Navigation und Layout:

  • Überschrift + Link zum Beitrag der Quelle 
  • Anreißer

Mehrere solcher RSS-Varianten verschiedener Beiträge nennt man "RSS-Feed", "News-Feed", oder "Feed":

  • Überschrift 1 + Link zum Beitrag der Quelle 1
    Anreißer 1
  • Überschrift 2 + Link zum Beitrag der Quelle 2
    Anreißer 2
  • Überschrift 3 + Link zum Beitrag der Quelle 3
    Anreißer 3
  • Überschrift 4 + Link zum Beitrag der Quelle 4
    Anreißer 4

Ein RSS-Feed ist also eine Art "Nachrichtenkanal".
Wikipedia nennt es auch "Nachrichteneinspeisung".

Wirklich simpel - oder?

Manche RSS-Feeds schicken sogar den ganzen Text des Beitrags oder auch Fotos zur Abo-Lese-Software mit. 
Das kann von Betreiber-Seite aus konfiguriert werden. 
Viele Anbieter schicken nur den Anreißer, weil sie ja wollen, dass die Interessierten zur eigentlichen Website surfen, um da dann auch die Werbung zu sehen und eventuell weitere Texte zu lesen.

Ein weiterer Vorteil von RSS-Feeds ist, dass dieser Nachrichtenkanal auch in fremden Internet-Präsenzen (in deren Layout) eingebunden werden kann. So kann sich zum Beispiel eine Internet-Seite mit den neuesten Schlagzeilen von tagesschau.de schmücken.
Oder der Landesverband eines Vereins bindet in seine Präsenz die Nachrichten des Bundesverbands ein (und umgekehrt?).

Auch beschränkt sich RSS nicht nur auf Textnachrichten. Abonnieren Sie zum Beispiel beim Deutschlandfunk alle "Anreißer" der Interviews des Tages. Diejenigen Interviews, die Sie interessieren, laden Sie sich als MP3 herunten, überspielen sie auf Ihren I-Pod (ein mobiles Abspielgerät, sozusagen ein Nachfolger des mobilen Kassettenabspielers) und ab auf die Laufstrecke.
Gleiches ist mit Video-Beiträgen möglich - nur während des Sports wird das Ansehen schwierig.

Doch wie kann ein Interessent denn nun "seine" ganzen Abonnements "einsammeln" und lesen?

Abo-Lese-Software

Noch ist "Abo-Lese-Software" vor allem bei Internet-Experten anzutreffen. 
Diese nutzen diese Technik schon länger, um ihren Informationsvorsprung mit möglichst wenig Zeitaufwand noch weiter ausbauen zu können.
Doch immer mehr Software, die auch von "Otto Normalsurfer" genutzt wird, hat eine "Abo-Lese-Software" eingebaut.

Welche Konzepte für Abo-Lese-Software gibt es?

Drei Möglichkeiten bestehen, um komfortabel und regelmäßig RSS-Feeds zu lesen.

Für die Massen: Als Komponente im E-Mail-Programm oder im Browser
Vermutlich wird die breite Masse an Internetsurfern nicht so viele RSS-Feeds abonnieren, dass sich eine Extra-Software zum Lesen lohnt.
Es ist daher naheliegend, die Abo-Möglichkeit in das E-Mail-Programm oder den Browser zu integrieren.

Beim immer populärer werdenden Browser Firefox und dem ebenfalls von vielen Freiwilligen programmierten E-Mail - Programm Thunderbird wurde dieser Schritt bereits vollzogen.

Beispiel Browser Firefox:

Beachten Sie bitte das RSS-Symbol. Wenn Sie dort draufklicken, erscheint das Fenster, mit dessen Hilfe Sie das Abo wie ein Favorit / Bookmark abspeichern können.

Im Internet Explorer ab Version 7 ist es ebenfalls sehr komfortabel möglich, RSS-Feeds zu abonieren und RSS-Beiträge zu lesen.

Für mobile Menschen: <span class="marker">Software im Internet</span>
Es gibt mehrere Anbieter, die das Lesen von RSS-Feeds direkt im Internet anbieten.
Man meldet beim Anbieter ein eigenes Benutzerkonto an, trägt seine Abo-Quellen ein und schon geht es los.

Auch hier befindet sich auf der linken Seite die Liste der Abo-Quellen. 
Auf der rechten Seite werden die Überschriften und der Anreißer angezeigt. 
Klickt man auf die Überschrift, dann öffnet sich ein neues Browserfenster mit dem Beitrag.

Für Experten: Software auf dem eigenen Computer
Der "Feedreader" erinnert optisch an ein E-Mail-Programm. Er kann häufig kostenlos heruntergeladen werden und muss auf dem eigenen Computer installiert werden.

Fazit

Sowohl was den Informationsaustausch von Website zu Website als auch von Website zu Mensch betrifft, die RSS-Technik wird zukünftig im Bereich "Vernetzung" eine wichtige Rolle spielen.